Roman
Ganssauge, Claus-Peter:
Illusionen - Visionen.
Roman vom Zweifel, der Liebe und der Hoffnung.
2009. 184 Seiten. Pb.
Euro 11,80.
ISBN 978-3-8301-1253-2. R.G.Fischer Verlag

Kann man sich in Europa einen Abiturienten vorstellen, der, wissenschaftlich hochgebildet, noch nie etwas über Religionen gehört hat? Das ist undenkbar. Wenn man also schildern möchte, wie die Unterrichtung eines Hochgebildeten in den Grundlagen einer – in diesem Fall christlichen – Religion ablaufen könnte, muss man die Handlung schon in die Nähe des brasilianischen Urwaldes verlegen, in dem Hans, Sohn eines bekannten Ethnologen und seiner ebenfalls akademisch ausgebildeten Frau, aufgewachsen und von den Eltern erzogen worden ist.
Hans ist ein aufgeweckter Junge, der logisches Denken und kritisches Hinterfragen gelernt hat. »Akzeptiere einen Wissensstoff erst dann, wenn du ihn voll verstanden hast«, hat ihn sein Vater gelehrt.
Bei eingehenden Diskussionen mit einem Ortspfarrer (hier als Pastor bezeichnet) stellt Hans fortwährend Vergleiche an zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem überlieferten Glauben.
Die intellektuellen Gespräche zwischen Hans und dem Herrn Pastor wecken das Interesse der hübschen Haushälterin an dem klugen jungen Mann. Es entwickelt sich parallel eine heftige Liebesbeziehung.
Im Verlauf der weiteren Gespräche mit dem Pastor weist Hans Ungereimtheiten in theologischen Dogmen nach.
Letztlich gibt der Pastor auf, Hans zu einem gläubigen Christen bekehren zu können.
Hier wird der Bischof eingeschaltet, ein modern denkender Mann, der sich seit langem mit einer dringend nötigen Kirchenreform befasst.
Wird es durch das Zusammentreffen des reformfreudigen Bischofs, des von Zweifeln geplagten Pfarrers und des jungen Naturwissenschaftlers gelingen, eine zeitgemäße christliche Theologie ins Leben zu rufen?