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kugelschreiber


Nina Schauberg
Manchmal dauert's etwas länger ...
Eine Liebesgeschichte
2008.
88 Seiten.
Paperback.
€ 9,80 (D) /
ISBN 978-3-89950-940-3.

Der ganz großen Liebe begegnet man nur einmal im Leben. Manchmal kann man sie festhalten, manchmal verliert man sie und versucht dann, in anderen Beziehungen Erfüllung zu finden. Und manchmal begegnet man ihr nach vielen Jahren unverhofft wieder – genau das ist der Autorin Nina Schauberg passiert. Das Ergebnis: diese ganz wunderbare Liebeserklärung an den Mann, den sie über dreißig Jahre nicht vergessen konnte ...

34 Jahre nachdem sie ihn zum letzten mal gesehen hat, schreibt Nina Schauberg einen Brief an den Mann, der ihre große Jugendliebe war.

Wie es zu diesem Brief kam, wie alles weiterging, ihre Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, Ängste und Hoffnungen beschreibt sie in diesem Buch.



Leseprobe:

Du hast mir geantwortet. Hast mir einen wunderschönen Brief geschrieben. Den schönsten, den ich je bekommen habe.
Einige Sätze darin sind für mich so etwas Besonderes, dass ich mich nicht satt lesen kann an ihnen:

»Von dir ein Lebenszeichen zu bekommen, das haut mich richtig um«, so begann er.
»Ich weiß gar nicht, was ich zuerst schreiben, wo und wie ich beginnen soll, so berührt mich dein Brief.«
»Ich hab jedes Mal an dich denken müssen, wenn ich Richtung Weinfeld – Hirschen – Wickersheim gefahren bin.«
»Ich erinnere mich noch genau an dich. Deine sanften braunen Mandelaugen, auch als wir uns das letzte Mal sahen …
… ich weiß noch, ich wollte dir so vieles sagen, als du vor mir am Bett standest.«
»Du warst mehr in meinem Herzen als du geglaubt hast.«
»Es ist so wunderbar, dass du geschrieben hast und es dir gut geht.«

Ich hielt deinen Brief in Händen und konnte es einfach nicht glauben. Ich kann es bis heute nicht glauben.
Er war so aufrührend für mich, dass ich ihn nicht für mich behalten konnte. Ich musste einfach mit jemanden darüber reden. Natürlich nicht mit irgendjemanden, sondern mit meiner besten Freundin Julia.

Ihr hatte ich auch erzählt, dass ich dir einen Brief geschrieben habe und von meinen Überlegungen, den Brief überhaupt abzuschicken. Sie riet mir davon ab. Fragte mich, ob ich Jochen davon erzählen würde, meinem damaligen Lebensgefährten.

Natürlich hab ich ihm nichts davon erzählt. Ich konnte nicht. Nicht, weil ich etwas vor ihm verheimlichen wollte. Aber ich konnte es einfach nicht. Es war etwas, was nur mich betraf. Ich hätte es ihm nicht begreiflich machen können. Er hätte es nicht verstanden und wäre, zu Recht, sauer gewesen. Wäre ich an seiner Stelle, in dieser Situation, auch gewesen.
Ich stellte mir vor, er käme zu mir und würde sagen:
»Du, ich hab die Tage so intensiv an Lieschen Müller, meine alte Jugendliebe, meine große Liebe wohlgemerkt, denken müssen, dass ich ihr jetzt einfach schreiben muss. Ich weiß nicht warum, ich kann es dir nicht erklären, aber es ist halt so, ich kann nichts dagegen tun.«

Na prima. Ich hätte mich schön bedankt und ihn gefragt, ob er sie denn noch alle beisammen hat.
Hätte, nicht grundlos, angenommen, dass es mit seiner Liebe zu mir wohl nicht so weit her sein kann, wenn er auf solche Gedanken kommt.

Genau das hat mir auch meine Freundin vorgeworfen. Sie fragte mich, warum ich den Brief unbedingt wegschicken wolle. Fragte weiter, wie ich mich verhalten wolle, wenn etwas mehr als nur ein Briefwechsel daraus entstehen würde.
Sie sagte, ich sei wohl nicht unbedingt zufrieden in meiner jetzigen Beziehung, sonst würde ich ja nicht auf diese Idee kommen.
Mit der Unzufriedenheit hatte sie Recht. Aber dieser Brief an dich hatte absolut nichts mit meiner Beziehung zu Jochen zu tun.

Ich konnte nur hilflos sagen: »Ich will ja nichts von ihm. Aber ich MUSS diesen Brief wegschicken. Ich kann nichts dagegen tun.«
Ich war wie ferngesteuert.

»Und wenn du mich jetzt fragen würdest, warum ich dir schreibe – ich weiß es selbst nicht«, hab ich dir geschrieben.
Selbst heute könnte ich dir keine Antwort auf diese Frage geben.

Und dann kam dein Antwortbrief.

Über die Autorin:

Nina Schauberg wurde 1955 in einem kleinen niederbayerischen Dorf geboren und lebt seit vielen Jahren in einer Stadt in Süddeutschland. Sie ist immer noch in ihrem erlernten Beruf im kaufmännischen Bereich tätig. Nach Scheidung und einer darauf folgenden, langjährigen Beziehung ist sie heute mit ihrer Jugendliebe zusammen. Ihre beiden Kinder sind mittlerweile erwachsen.